Wenn der Nachtigal stört

Die damalige Bundesentwicklungsministerin, Heidemarie Wieczorek-Zeul, war 2004 das erste Mitglied einer deutschen Regierung überhaupt, welches um Entschuldigung für jenes Massaker bat, das deutsche Soldaten einhundert Jahre zuvor in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Südwest“ (heute: Namibia) begangen hatten. Mehr als ein Jahrzehnt später wiederum finden endlich konkrete Verhandlungen mit namibischen Vertretern über mögliche Reparations-Maßnahmen statt.

Deutlich schneller voran kommt die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialerbe auf zivilgesellschaftlicher Ebene. So sind in vielen Städten längst private Initiativen entstanden, die sich unter anderem für das Umbenennen von Straßen einsetzen, die die Namen ehemaliger Kolonialisten (wie etwa des Reichskommissars Gustav Nachtigal) tragen. Den Aktiven geht es dabei vor allem auch darum, die Verschränkungen von Geschichte und Gegenwart aufzuzeigen – und damit die Wechselbeziehungen von einem historischen „Kolonial-“ zu einem aktuellen „Postkolonial-Verständnis“. In seinem Feature „Wenn der Nachtigal stört“ berichtet Christian Blees über den aktuellen Stand der Postkolonialismus-Debatte und lässt diverse Betroffene sowie Beteiligte zu Wort kommen.

Sendetermin: Freitag, 16. Juni 2017, ab 19.15 Uhr im Deutschlandfunk.

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Ethik für Maschinen

Im Zuge der Digitalisierung gibt der Mensch Verantwortung an technische Geräte ab. Welche Entscheidungen dürfen Maschinen treffen, und wie gehen wir mit den Folgen um?

Mit diesen Fragen hat sich Mirko Heinemann für das Goethe-Institut beschäftigt. Hier geht’s zum Text.

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Der Überlebenskampf des Jack-London-Entdeckers Erwin Magnus

Erwin Magnus (1881-1947) übersetzte in den 20er-Jahren fast das gesamte Oeuvre des in Deutschland bis dahin nahezu unbekannten Autors Jack London aus dem Amerikanischen ins Deutsche. Die Rechte hatte er zuvor exklusiv von der Witwe des Schriftstellers erworben. Die deutschen Übersetzungen wurden schnell zu Bestsellern, so dass Magnus – dessen Honorare an die Verkaufszahlen gekoppelt waren – in Berlin zunächst ein wohlhabendes Leben führen konnte.

Dies änderte sich schlagartig, als Hitler an die Macht gekommen war: Der Jude Magnus erhielt Berufsverbot und emigrierte nach Skandinavien. Bevor er nach dem Krieg den Kampf um die ihm während der Nazizeit vorenthaltenen Tantiemen aufnehmen konnte, starb Magnus, völlig verarmt, am 31. März 1947 in Kopenhagen. Jahrelang führte seine Frau juristische Auseinandersetzungen mit den aktuellen deutschsprachigen Jack-London-Rechteinhabern – weitgehend vergeblich.

Das am 31. März ausgestrahlte Radiofeature „Sorgen Sie doch bitte dafür, dass ich etwas bekomme!“ von Christian Blees ist auf der Website des Deutschlandfunks nach wie vor hier im Audiostream zu hören.

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Mit Stil, Energie und vollem Risiko: Das Quatuor Van Kuijk

Am 28. Februar 2017 gibt das junge aufstrebende Quatuor Van Kuijk aus Paris sein Debüt in der Berliner Philharmonie. Auf dem Programm stehen Werke von Franz Schubert, Akira Nishimura und Maurice Ravel. Das Konzert wird von Deutschlandradio Kultur in der Reihe ‚Debüt‘ live gesendet. In der Konzertpause unterhält sich Céline Grillon mit den Musikern über das Abenteuer Streichquartett.

Konzert und Gespräch nachhören

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PROGRAMMHINWEIS: DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

Montag, 23. Januar 2017

19:30 Zeitfragen. Feature

2017 – Parteien im Umbruch
Schafft die CDU die Wende?
Befindlichkeiten einer schwächelnden Volkspartei.
Von Mirko Heinemann

Die Beliebtheit der CDU schwindet, viele konservative CDU-Wähler und Teile der Basis empfinden die erneute Kandidatur Angela Merkels als Belastung. Ihre Flüchtlingspolitik, die Energiewende, die Griechenlandpolitik, die Annäherung an die Grünen, die Liberalisierung des Familienrechts – damit konnte die Partei zwar im Feuilleton punkten, doch in den Wahlergebnisssen, selbst in Großstädten schlug sich das nicht nieder. In den ländlichen und kleinstädtischen CDU-Verbänden wurde es als Angriff auf die Identität der Partei empfunden. Vor allem im Osten Deutschlands wenden sich viele von ihrer Partei ab. Und von rechts lockt die AfD. Doch ausgerechnet im roten Nordrhein-Westfalen wittern die Traditionalisten Morgenluft. Ihr Hoffnungsträger Armin Laschet könnte nach der Landtagswahl im Mai 2017 Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin ablösen. Ein Signal für den Bund? Mit welcher Strategie könnte die CDU ihre abtrünnigen Wähler wiedergewinnen?

Link zur Sendung

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Eine Frau für Berlin

Monika Grütters heißt die neue Vorsitzende der Berliner CDU, nachdem Frank Henkel das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit holte. Die Neue ist bereits Staatsministerin für Kultur und enge Vertraute der Kanzlerin. Sie stößt Debatten an – und glaubt an Berlin. Hier aus aktuellem Anlass HIER mein aufbereitetes Porträt aus dem Jahrbuch „Kunst in Berlin“.

Text: Mirko Heinemann

 

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Dokumentation „Zukunft Windenergie“

„Zukunft Windenergie: Paris – Berlin – Steinfurt“ lautete das Motto einer Fachkonferenz, die Ende Juni 2016 von der Fachagentur Wind in Berlin veranstaltet worden war. Insgesamt nahmen an den beiden Veranstaltungstagen rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Bund, Ländern und Kommunen sowie der Wissenschaft, der Windenergiebranche und des Naturschutzes teil. Verschiedene Referent(inn)en informierten über die Chancen für den weiteren Ausbau der Windenergie an Land in Deutschland. Das Journalistenbüro Berlin erstellte anschließend die Dokumentation zur Konferenz. Als PDF abgerufen werden kann die Publikation hier.

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Bluthochdruck: 3. aktualisierte Auflage

Oft reichen schon kleine Veränderungen im Alltag, um den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Zugleich steht eine Vielzahl wirksamer und gut getesteter Medikamente zur Verfügung. Alternative Verfahren wie Meditation, Aderlass oder eine Fastenkur können eine gute Ergänzung sein. Alle Informationen in diesem Buch basieren auf den aktuellen europäischen Behandlungsleitlinien und den Medikamenten-Tests der Stiftung Warentest, ergänzt um neue Erkenntnisse aus der Gesundheitspsychologie und Naturheilkunde. In neuem Layout, mit zusätzlichen Infografiken.

Anke Nolte: Bluthochdruck – Vorbeugen, erkennen, behandeln. Herausgegeben von der Stiftung Warentest, 3. aktualisierte Auflage, Berlin 2016 (2010).

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Jack London und seine deutschen Übersetzungen

„Bei neun von zehn Anfragen, die mögliche Übersetzungen meiner Bücher betreffen, höre ich nach einer ersten Antwort von dem angeblichen Interessenten nie wieder etwas“, schrieb der berühmte Autor Jack London in einem Brief vom Januar 1910. Tatsächlich ging es auch mit den Übertragungen von Londons Büchern ins Deutsche nur mühsam voran. So war Lisa Hausmann, Ehefrau des „Heidedichters“ Hermann Löns, 1907 die erste Person überhaupt, die ein Werk des Schriftstellers ins Deutsche übersetzte. Anschließend sollten fünf Jahre vergehen, bis mit Marie Laue erneut eine Frau einen weiteren Jack-London-Roman ins Deutsche übertrug. Zwar konnten Londons Bücher ab Mitte der 1920er Jahre endlich auch hierzulande einen durchschlagenden Erfolg verzeichnen. Doch bis es so weit war, hatte sich Erwin Magnus – ihm waren nach Londons Tod durch dessen Witwe exklusiv die deutschen Übertragungsrechte zugesichert worden – bei rund zwei Dutzend Verlagen nichts als Absagen eingehandelt: „Wenn einer Jack London heißt – was ist von dem schon zu erwarten?“

Für die Literatur-Redaktion von Deutschlandradio Kultur hat Christian Blees spannende Hintergrundinformationen und Interviews zu den ersten deutschen Jack-London-Übersetzungen zusammengetragen. Sendetermin: Freitag, 18. November, um 19.30 Uhr.

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Smartphones

Was geschieht mit unseren Fähigkeiten, wenn wir immer mehr Aufgaben an sie delegieren?

Wir nutzen das Smartphone, um zu kommunizieren, zu lernen, unsere Welt zu vermessen, sie zu organisieren und zu optimieren. Information, Kommunikation und Terminplanung – alles läuft über Apps. Digitale Anwendungen überweisen Geld, unterstützen beim Lernen, sie zeigen an, ob ein Regenschauer das geplante Picknick vermiesen wird, ob man zu einem bestimmten Partner passt oder als Mitarbeiter zu einem bestimmten Unternehmen und umgekehrt.

Sie übernehmen immer mehr Aufgaben. Aber verlernen wir damit nicht auch grundlegende Fähigkeiten? Geht unsere Phantasie, unsere Intuition, unser Körpergefühl verloren? So wie in dem Blondinen-Witz, in dem der Arzt die Patientin auffordert, gefälligst den Kopfhörer abzunehmen, ihn am Ende herunterzieht und die Patentin zusammensackt? Aus dem Kopfhörer wispert die Aufforderung: „Einatmen, ausatmen, einatmen, ausatmen.“

Text erschienen in „Das Parlament“ WEITERLESEN

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