„Ich sage, was zu sagen ist“

Alfred Kerr war der berühmteste und auch berüchtigtste Theaterrezensent und Feuilletonist der Weimarer Republik. Seine Texte waren stets unverwechselbar: Kurz und prägnant, voll treffendem Witz und überschäumender Leidenschaft standen sie wie journalistische Markenartikel in der Zeitung. Kerr polarisierte. Auch politisch nahm er nie ein Blatt vor den Mund. Seinen langjährigen Schützling Gerhart Hauptmann verfluchte er, nachdem dieser sich eilig mit den Nationalsozialisten arrangiert hatte, aus dem Exil: „Ich kenne diesen Feigling nicht. Dornen sollen wachsen, wo er noch hinwankt.“In krassem Gegensatz zu den oft egozentrischen, provozierenden und bisweilen auch persönlich verletzenden Artikeln des Kritikers stand sein Verhalten im Privaten. Hier gab er sich stets als treusorgender und zärtlicher Familienmensch. Christian Blees recherchierte und schrieb für Deutschlandfunk Kultur ein 30-minütiges Literaturfeature zu Alfred Kerrs 150. Geburtstag. Dieses ist hier im Audiostream zu hören.

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Im Praxisschock

Der Druck an den Schulen steigt. Muss eine Reform her?

von Mirko Heinemann / Der Text erschien am 4. Dezember 2017 in „Das Parlament“

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Zeitreisen vor wechselnder Kulisse

Seit über einhundert Jahren zieht die Transsibirische Eisenbahn Reisende aus aller Welt in ihren Bann – wie etwa den Polarforscher Fridtjof Nansen, den Schauspieler Hardy Krüger oder den Schriftsteller Paul Theroux. Der Durchbruch für die am Ende über 9000 Kilometer lange Verbindung zwischen Moskau und Vladivostok erfolgte Ende 1892 auf Drängen des Unternehmers und damaligen russischen Finanzministers, Sergej Witte.

Um die einheimische Wirtschaft anzukurbeln und die Industrialisierung voranzutreiben, regte er seinerzeit mit Erfolg die Gründung des „Komitees der Sibirischen Eisenbahn“ an. In dessen Auftrag waren später zu Spitzenzeiten über 100.000 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau der Bahntrasse beschäftigt. Mit Inbetriebnahme der Amurbrücke bei Chabarovsk konnte am 18. Oktober 1916 schließlich die Vollendung der Strecke gefeiert werden. Ein Jahrhundert später hat sich Christian Blees im Auftrag des Deutschlandfunks daran gemacht, die „Faszination Transsib“ zu ergründen.

„Zeitreisen vor wechselnder Kulisse – eine Lange nacht über die Transsibirische Eisenbahn“. Sendetermin: In der Nacht von Freitag, 1.12., auf Samstag, 2.12.2017, ab 00.05 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur. Wiederholung am Samstag, 2.12.2017, ab 23.05 Uhr im Deutschlandfunk.

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Hörbuch: Die „Strafdivision 999“

Im Kriegswinter 1941/42 hatte die deutsche Wehrmacht hohe Verluste erlitten. So stellte das Oberkommando eine spezielle Kampfeinheit aus Männern zusammen, die zuvor als »Wehrunwürdige« gegolten hatten: politisch Vorbestrafte, Kriminelle, religiös Verfolgte. Sie bildeten die Strafdivision 999. In einer Truppenstärke von 16 000 wurden sie im Frühjahr 1943 nach Tunesien geschickt. Die Folgen für die Wehrmacht waren desaströs: Wo immer Soldaten der Strafdivision kämpften, ob in Afrika, später in Griechenland oder an der Ostfront, unterwanderten viele von ihnen die Verbände, liefen zu den »Feinden« über, unterstützten Widerstandskämpfer. Christian Blees hat die Geschichte dieser zu Unrecht vergessenen Strafdivision in diesem Feature rekonstruiert, das jetzt beim Ch. Links Verlag als Hörbuch erschienen ist.

Christian Blees: Die Strafdivision 999 im Zweiten Weltkrieg.
Das Schicksal der »Wehrunwürdigen« in der Wehrmacht.
Christoph Links Verlag, Berlin 2017.
Eine Audio-CD mit 44 Minuten Laufzeit. ISBN: 978-3-86153-970-4
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Wenn der Nachtigal stört

Die damalige Bundesentwicklungsministerin, Heidemarie Wieczorek-Zeul, war 2004 das erste Mitglied einer deutschen Regierung überhaupt, welches um Entschuldigung für jenes Massaker bat, das deutsche Soldaten einhundert Jahre zuvor in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Südwest“ (heute: Namibia) begangen hatten. Mehr als ein Jahrzehnt später wiederum finden endlich konkrete Verhandlungen mit namibischen Vertretern über mögliche Reparations-Maßnahmen statt.

Deutlich schneller voran kommt die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialerbe auf zivilgesellschaftlicher Ebene. So sind in vielen Städten längst private Initiativen entstanden, die sich unter anderem für das Umbenennen von Straßen einsetzen, die die Namen ehemaliger Kolonialisten (wie etwa des Reichskommissars Gustav Nachtigal) tragen. Den Aktiven geht es dabei vor allem auch darum, die Verschränkungen von Geschichte und Gegenwart aufzuzeigen – und damit die Wechselbeziehungen von einem historischen „Kolonial-“ zu einem aktuellen „Postkolonial-Verständnis“. In seinem Feature „Wenn der Nachtigal stört“ berichtet Christian Blees über den aktuellen Stand der Postkolonialismus-Debatte und lässt diverse Betroffene sowie Beteiligte zu Wort kommen.

Sendetermin: Freitag, 16. Juni 2017, ab 19.15 Uhr im Deutschlandfunk.

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Ethik für Maschinen

Im Zuge der Digitalisierung gibt der Mensch Verantwortung an technische Geräte ab. Welche Entscheidungen dürfen Maschinen treffen, und wie gehen wir mit den Folgen um?

Mit diesen Fragen hat sich Mirko Heinemann für das Goethe-Institut beschäftigt. Hier geht’s zum Text.

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Der Überlebenskampf des Jack-London-Entdeckers Erwin Magnus

Erwin Magnus (1881-1947) übersetzte in den 20er-Jahren fast das gesamte Oeuvre des in Deutschland bis dahin nahezu unbekannten Autors Jack London aus dem Amerikanischen ins Deutsche. Die Rechte hatte er zuvor exklusiv von der Witwe des Schriftstellers erworben. Die deutschen Übersetzungen wurden schnell zu Bestsellern, so dass Magnus – dessen Honorare an die Verkaufszahlen gekoppelt waren – in Berlin zunächst ein wohlhabendes Leben führen konnte.

Dies änderte sich schlagartig, als Hitler an die Macht gekommen war: Der Jude Magnus erhielt Berufsverbot und emigrierte nach Skandinavien. Bevor er nach dem Krieg den Kampf um die ihm während der Nazizeit vorenthaltenen Tantiemen aufnehmen konnte, starb Magnus, völlig verarmt, am 31. März 1947 in Kopenhagen. Jahrelang führte seine Frau juristische Auseinandersetzungen mit den aktuellen deutschsprachigen Jack-London-Rechteinhabern – weitgehend vergeblich.

Das am 31. März ausgestrahlte Radiofeature „Sorgen Sie doch bitte dafür, dass ich etwas bekomme!“ von Christian Blees ist auf der Website des Deutschlandfunks nach wie vor hier im Audiostream zu hören.

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Mit Stil, Energie und vollem Risiko: Das Quatuor Van Kuijk

Am 28. Februar 2017 gibt das junge aufstrebende Quatuor Van Kuijk aus Paris sein Debüt in der Berliner Philharmonie. Auf dem Programm stehen Werke von Franz Schubert, Akira Nishimura und Maurice Ravel. Das Konzert wird von Deutschlandradio Kultur in der Reihe ‚Debüt‘ live gesendet. In der Konzertpause unterhält sich Céline Grillon mit den Musikern über das Abenteuer Streichquartett.

Konzert und Gespräch nachhören

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PROGRAMMHINWEIS: DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

Montag, 23. Januar 2017

19:30 Zeitfragen. Feature

2017 – Parteien im Umbruch
Schafft die CDU die Wende?
Befindlichkeiten einer schwächelnden Volkspartei.
Von Mirko Heinemann

Die Beliebtheit der CDU schwindet, viele konservative CDU-Wähler und Teile der Basis empfinden die erneute Kandidatur Angela Merkels als Belastung. Ihre Flüchtlingspolitik, die Energiewende, die Griechenlandpolitik, die Annäherung an die Grünen, die Liberalisierung des Familienrechts – damit konnte die Partei zwar im Feuilleton punkten, doch in den Wahlergebnisssen, selbst in Großstädten schlug sich das nicht nieder. In den ländlichen und kleinstädtischen CDU-Verbänden wurde es als Angriff auf die Identität der Partei empfunden. Vor allem im Osten Deutschlands wenden sich viele von ihrer Partei ab. Und von rechts lockt die AfD. Doch ausgerechnet im roten Nordrhein-Westfalen wittern die Traditionalisten Morgenluft. Ihr Hoffnungsträger Armin Laschet könnte nach der Landtagswahl im Mai 2017 Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin ablösen. Ein Signal für den Bund? Mit welcher Strategie könnte die CDU ihre abtrünnigen Wähler wiedergewinnen?

Link zur Sendung

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Eine Frau für Berlin

Monika Grütters heißt die neue Vorsitzende der Berliner CDU, nachdem Frank Henkel das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit holte. Die Neue ist bereits Staatsministerin für Kultur und enge Vertraute der Kanzlerin. Sie stößt Debatten an – und glaubt an Berlin. Hier aus aktuellem Anlass HIER mein aufbereitetes Porträt aus dem Jahrbuch „Kunst in Berlin“.

Text: Mirko Heinemann

 

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