„Ich sage, was zu sagen ist“

Alfred Kerr war der berühmteste und auch berüchtigtste Theaterrezensent und Feuilletonist der Weimarer Republik. Seine Texte waren stets unverwechselbar: Kurz und prägnant, voll treffendem Witz und überschäumender Leidenschaft standen sie wie journalistische Markenartikel in der Zeitung. Kerr polarisierte. Auch politisch nahm er nie ein Blatt vor den Mund. Seinen langjährigen Schützling Gerhart Hauptmann verfluchte er, nachdem dieser sich eilig mit den Nationalsozialisten arrangiert hatte, aus dem Exil: „Ich kenne diesen Feigling nicht. Dornen sollen wachsen, wo er noch hinwankt.“In krassem Gegensatz zu den oft egozentrischen, provozierenden und bisweilen auch persönlich verletzenden Artikeln des Kritikers stand sein Verhalten im Privaten. Hier gab er sich stets als treusorgender und zärtlicher Familienmensch. Christian Blees recherchierte und schrieb für Deutschlandfunk Kultur ein 30-minütiges Literaturfeature zu Alfred Kerrs 150. Geburtstag. Dieses ist hier im Audiostream zu hören.

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