Die Ware Leben

‚Felix und Felka‘, ein Roman über das deutsch-jüdische Malerehepaar Felix Nussbaum und Felka Platek, ‚Stan‘ über den Komiker Stan Laurel oder ‚Mary Shelley‘ über die Autorin von ‚Frankenstein‘ haben eines gemeinsam: Sie stehen stellvertretend für ein spezielles Literaturgenre, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Romanbiografien nähern sich realen, meist historischen Persönlichkeiten stilistisch mit einer Mischung aus Fakten und Fiktion. Bisweilen werden die Verfasser von einem Verlag sogar ausdrücklich darum gebeten, ihre jeweilige Biografie nicht etwa als Sachbuch, sondern in Romanform abzufassen. Worin liegt sowohl aus Autoren- wie aus Verlagssicht der Reiz, aber auch das Risiko dieses in letzter Zeit in Mode gekommenen Genres?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das halbstündige Radiofeature von Christian Blees. Sendetermin: Freitag, 28. Dezember 2018, ab 19.30 Uhr, in der Reihe „Zeitfragen“ auf Deutschlandfunk Kultur.

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Buchvorschau

Mirko Heinemann
Die letzten Byzantiner
Die Vertreibung der Griechen vom Schwarzen Meer
Eine Spurensuche

Das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg: Am Abend des 9. August 1917 schießen Kriegsschiffe des christlichen Russland die Kleinstadt Ordu an der Schwarzmeerküste in Brand. Deren griechische, ebenfalls christliche Minderheit fürchtet die Rache ihrer muslimischen Nachbarn und versucht panisch, an Bord der russischen Kriegsschiffe zu gelangen. Zu den glücklich Geretteten zählt die 15-jährige Alexandra. Doch ihre Heimat sieht sie niemals wieder. In den Jahren nach dem Krieg werden aus dem Gebiet der heutigen Türkei etwa 1,2 Millionen Griechen zwangsausgesiedelt – das Ende einer mehr als 2500-jährigen Kulturgeschichte.
100 Jahre später reist Alexandras Enkel Mirko Heinemann auf den Spuren seiner Familie und der letzten Griechen durch den Norden der Türkei. Er erzählt, wie die christlichen Minderheiten in den letzten Jahren des Osmanischen Reichs drangsaliert, verfolgt und ermordet wurden und nach dem Ersten Weltkrieg den Interessen der Großmächte zum Opfer fielen. Eine hierzulande fast vergessene Geschichte, die bis heute das Verhältnis zwischen der Türkei und Europa prägt. Link zum Ch. Links Verlag

Erscheint voraussichtlich: März 2019
Ausstattung: Hardcover mit Schutzumschlag
Format: 12,5 x 20,5 cm
Seitenzahl: ca. 272
Abbildungen s/w: ca. 30
ISBN: 978-3-96289-033-9
Reihe / Kategorie: Politik/Zeitgeschichte

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„Dann macht es bumm!“

Die beiden „Volkskulturen“ Fußball und populäre Musik führen seit rund einhundert Jahren eine innige Beziehung. Wer vermag sich heutzutage beispielsweise noch einen Verein vorzustellen, der nicht über eine eigene Hymne verfügt? Und kein WM-Turnier ohne eigenen Song. Dabei hat das Singen über Fußball im Laufe der Zeit einen Wandel vollzogen: vom allgemeinen Loblied auf den Sport und seine Spieler hin zur Ode an konkrete Helden und Mannschaften. Mit dem Aufblühen der Schlager- und Popmusik fühlten sich immer mehr Spieler dazu aufgerufen, selbst eine Platte einzusingen. Umgekehrt frönen diverse professionelle Musiker mit Inbrunst ihrer Fußball-Leidenschaft. So ließ sich Sir Elton John einst sogar zum Präsidenten seines Lieblingsvereins ernennen. In einem Radiofeature beleuchtet Christian Blees die historischen und soziologischen Hinter- und Abgründe einer oft skurrilen Symbiose.

Sendetermin: Sonntag, 14. Oktober 2018, ab 20.05 Uhr, im Deutschlandfunk.

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Bitte bedienen Sie sich selbst

Als Autofahrer betanken wir unsere Fahrzeuge selbst, bei Ikea scannen wir die Preisschilder der Möbel eigenhändig ein, Bankgeschäfte erledigen wir am Rechner – und im Coffeeshop übernehmen wir wie selbstverständlich das Abräumen des Geschirrs, obwohl der Kaffee dort nicht selten sogar teurer ist als im Café mit Bedienpersonal. Der anhaltende Trend zum ‚Do it yourself‘ wird uns Verbrauchern oft als Vorteil verkauft, quasi als Beleg für unsere Mündigkeit. Doch stimmt das? Der Soziologe Craig Lambert belegt, dass die um sich greifende Manie der Selbstbedienung nicht nur uns Kunden Zeit kostet, sondern auch Arbeitsplätze vernichtet. Ein Feature von Christian Blees beleuchtet das Thema.

Sendetermin: Dienstag, 28.08.2018, 19.30 Uhr, auf Deutschandfunk Kultur

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Kammermusikalischer Inkubator

Das „europäische Förderzentrum für Kammermusik“ ProQuartet wurde 1987 in Paris gegründet – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Kammermusikszene in Frankreich so gut wie inexistent war. Der offizielle Auftrag, den ProQuartet vom Ministère de la Culture erhielt, lautete dementsprechend, junge Streichquartette systematisch zu fördern, mit dem Ziel, eine Kammermusikszene aufzubauen.

Inoffiziell ging es für den Initiator der Vereinsgründung, France-Musique-Produzent Georges Zeisel, allerdings um eine sehr viel globalere Sache: Die durch den Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg stark beschädigte europäische Kammermusikszene zu restaurieren.

30 Jahre nach der Gründung gibt es für ProQuartet gute Gründe zu feiern: Quasi aus dem Nichts konnte in Frankreich eine üppige Kammermusikszene entstehen, und Paris ist zu einer profilierten Plattform für Kammermusiker aus ganz Europa avanciert.

Musikfeuilleton: Kammermusikalischer Inkubator. ProQuartet wird 30
Deutschlandfunk Kultur, 24.9.2017, 20 Uhr

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Wie macht man Geld?

Geld regiert die Welt, heißt es. Dabei erfüllt das Geld in einer Volkswirtschaft gleich drei Funktionen: Es ist Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Und obwohl jeder von uns tagtäglich damit umgeht, bleibt Geld den meisten Menschen doch ein Rätsel. Dies gilt sogar für selbst ernannte Experten, von denen viele die letzte Finanzkrise nicht rechtzeitig haben kommen sehen. Anlässlich eines Besuchs am Finanzplatz Frankfurt/Main hinterfragt das Feature von Christian Blees im Gespräch mit Ökonomen, Bankern und Blockchain-Experten unter unter anderem, wie Geld überhaupt in Umlauf gebracht wird, ob dieses in absehbarer Zukunft eventuell durch so genannte Kryptowährungen ersetzt werden könnte — und ob angesichts der immer größer werden Kluft zwischen Arm und Reich vielleicht sogar eine völlig neue Geldordnung vonnöten ist.

„Zeitfragen“-Reihe „Wirtschaft denken“ (Folge 3 von 4): Wie macht man Geld? Montag, 23. April 2018, um 19.30 Uhr, auf Deutschlandfunk Kultur.

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„Ich sage, was zu sagen ist“

Alfred Kerr war der berühmteste und auch berüchtigtste Theaterrezensent und Feuilletonist der Weimarer Republik. Seine Texte waren stets unverwechselbar: Kurz und prägnant, voll treffendem Witz und überschäumender Leidenschaft standen sie wie journalistische Markenartikel in der Zeitung. Kerr polarisierte. Auch politisch nahm er nie ein Blatt vor den Mund. Seinen langjährigen Schützling Gerhart Hauptmann verfluchte er, nachdem dieser sich eilig mit den Nationalsozialisten arrangiert hatte, aus dem Exil: „Ich kenne diesen Feigling nicht. Dornen sollen wachsen, wo er noch hinwankt.“In krassem Gegensatz zu den oft egozentrischen, provozierenden und bisweilen auch persönlich verletzenden Artikeln des Kritikers stand sein Verhalten im Privaten. Hier gab er sich stets als treusorgender und zärtlicher Familienmensch. Christian Blees recherchierte und schrieb für Deutschlandfunk Kultur ein 30-minütiges Literaturfeature zu Alfred Kerrs 150. Geburtstag. Dieses ist hier im Audiostream zu hören.

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Im Praxisschock

Der Druck an den Schulen steigt. Muss eine Reform her?

von Mirko Heinemann / Der Text erschien am 4. Dezember 2017 in „Das Parlament“

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Zeitreisen vor wechselnder Kulisse

Seit über einhundert Jahren zieht die Transsibirische Eisenbahn Reisende aus aller Welt in ihren Bann – wie etwa den Polarforscher Fridtjof Nansen, den Schauspieler Hardy Krüger oder den Schriftsteller Paul Theroux. Der Durchbruch für die am Ende über 9000 Kilometer lange Verbindung zwischen Moskau und Vladivostok erfolgte Ende 1892 auf Drängen des Unternehmers und damaligen russischen Finanzministers, Sergej Witte.

Um die einheimische Wirtschaft anzukurbeln und die Industrialisierung voranzutreiben, regte er seinerzeit mit Erfolg die Gründung des „Komitees der Sibirischen Eisenbahn“ an. In dessen Auftrag waren später zu Spitzenzeiten über 100.000 Arbeiter gleichzeitig mit dem Bau der Bahntrasse beschäftigt. Mit Inbetriebnahme der Amurbrücke bei Chabarovsk konnte am 18. Oktober 1916 schließlich die Vollendung der Strecke gefeiert werden. Ein Jahrhundert später hat sich Christian Blees im Auftrag des Deutschlandfunks daran gemacht, die „Faszination Transsib“ zu ergründen.

„Zeitreisen vor wechselnder Kulisse – eine Lange nacht über die Transsibirische Eisenbahn“. Sendetermin: In der Nacht von Freitag, 1.12., auf Samstag, 2.12.2017, ab 00.05 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur. Wiederholung am Samstag, 2.12.2017, ab 23.05 Uhr im Deutschlandfunk.

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Hörbuch: Die „Strafdivision 999“

Im Kriegswinter 1941/42 hatte die deutsche Wehrmacht hohe Verluste erlitten. So stellte das Oberkommando eine spezielle Kampfeinheit aus Männern zusammen, die zuvor als »Wehrunwürdige« gegolten hatten: politisch Vorbestrafte, Kriminelle, religiös Verfolgte. Sie bildeten die Strafdivision 999. In einer Truppenstärke von 16 000 wurden sie im Frühjahr 1943 nach Tunesien geschickt. Die Folgen für die Wehrmacht waren desaströs: Wo immer Soldaten der Strafdivision kämpften, ob in Afrika, später in Griechenland oder an der Ostfront, unterwanderten viele von ihnen die Verbände, liefen zu den »Feinden« über, unterstützten Widerstandskämpfer. Christian Blees hat die Geschichte dieser zu Unrecht vergessenen Strafdivision in diesem Feature rekonstruiert, das jetzt beim Ch. Links Verlag als Hörbuch erschienen ist.

Christian Blees: Die Strafdivision 999 im Zweiten Weltkrieg.
Das Schicksal der »Wehrunwürdigen« in der Wehrmacht.
Christoph Links Verlag, Berlin 2017.
Eine Audio-CD mit 44 Minuten Laufzeit. ISBN: 978-3-86153-970-4
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